18.09.2026
Bayrischen Denkmalpflegepreis 2026 in SILBER
Am 17.09.2026 wurde die "Sanierung der Shedhalle“ in unserem Projekt des Berufsschulzentrums Luisenstraße 9-11 in München mit dem Bayrischen Denkmalpflegepreis 2026 in SILBER in der Kategorie „Öffentliche Bauwerke“ ausgezeichnet. Die feierliche Preisverleihung durch die Bayrische Ingenieurkammer Bau fand im barocken Ambiente des Neuen Schloß Schleißheim statt. Gemeinsam mit dem Baureferat, den Ingenieuren von Prof. Feix und allen weiteren am Projekt Beteiligten freuen wir uns sehr über diese besondere Auszeichung.
Das denkmalpflegerische Ziel war der Erhalt der charakteristischen Dachlandschaft der Shedhalle. Die elegante Silhouette der Stahlbetonschalen, ihre schmalen Dachränder und die filigranen Profilierungen der Verglasungen prägen die architektonische Wirkung des Bauwerks. Entsprechend wurden alle Maßnahmen darauf ausgerichtet, diese konstruktiven und gestalterischen Qualitäten zu bewahren. In einem iterativen Planungsprozess zwischen Denkmalpflege und Planungsteam konnten technische Anforderungen, bauphysikalische Verbesserungen und Brandschutzmaßnahmen mit den denkmalpflegerischen Zielsetzungen in Einklang gebracht werden.
Kern der Sanierung ist die statische Ertüchtigung der filigranen Stahlbetonschalen mit textilbewehrtem Feinbeton. Dabei wird eine Carbon-Textilbewehrung in eine dünne Feinkornbetonschicht eingebettet und auf die vorbereitete Betonoberfläche aufgebracht. Dieses Verfahren ermöglicht eine deutliche Steigerung der Tragfähigkeit bei minimalem zusätzlichem Gewicht.
Die Jurybegründung lautet wie folgt:
"Für die Instandsetzung des Schalentragwerks wurden mit Carbonfasern neue Baustoffe eingesetzt. So war es möglich, die Tragfähigkeit der Schalen wieder zu erhöhen und gleichzeitig das Zusatzgewicht gering zu halten. Mithilfe einer speziellen Sensortechnik wird sichergestellt, dass die Schalen der gering beheizten Hallen frostfrei gehalten werden. Die Instandsetzung zeigt, wie innovative Ingenieurmethoden und zeitgemäße Nutzung bei filigranen Stahlbetonkonstruktionen der Nachkriegsmoderne erfolgreich miteinander verbunden werden können. Hierdurch gelang es, einen typischen Vertreter der Nachkriegsmoderne auf beispielhafte Weise zu erhalten.“
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Foto: © Stefan Müller-Naumann